Trump hat sich verzettelt

von Redaktion

Kreml gegen Waffenruhe

Er lobt Trump und stellt dann unerfüllbare Bedingungen für eine Waffenruhe. Putins „Ja, aber“ ist nichts anderes als eine Absage an den US-Vorschlag und wer nun überrascht ist, dem ist wirklich nicht zu helfen. Der Kremlchef wollte nie eine Feuerpause, auch keine Verhandlungslösung, die nur ein My von seiner Maximalposition abweicht. Geht es nach ihm, soll die Ukraine am Boden liegen und als Schatten ihrer selbst aus dem Konflikt herausgehen: entmilitarisiert, schutzlos, ihrer Souveränität beraubt.

Nun wäre eigentlich der Augenblick, da Washington erkennen müsste, wer hier einem Frieden im Wege steht. Trumps „Strategie“, Druck auf die Ukraine auszuüben und Russland mit enormen Zugeständnissen zu locken, ist jedenfalls krachend gescheitert. Am Mittwoch forderte der Republikaner Lindsey Graham, Moskau mit Sanktionen die Hölle heiß zu machen, sollte es der Feuerpause nicht zustimmen. Kiew muss sich stattdessen darauf einstellen, dass das Gegenteil passiert und Trump den Verteidigern Weiteres abpresst. Motto: Mehr vom Selben wird schon irgendwann helfen.

Das ist natürlich Unsinn. Der Mann, der den Krieg an einem Tag beenden wollte, findet sich nach bald zwei Monaten im Amt als Spielball Putins wieder. Wäre er klug, würde er jetzt umschwenken und sich an eine Idee erinnern, die sein Ukraine-Gesandter Keith Kellogg letztes Jahr aufbrachte. Er wollte Moskau androhen, die Ukraine radikal aufzurüsten, um Putin zu Verhandlungen zu zwingen. Aber so weit wird es kaum kommen.
MARCUS.MAECKLER@OVB.NET

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