Wird Klöckner neue Bundestagspräsidentin?

von Redaktion

München – Neulich hat Julia Klöckner eine empfindliche Strafe bekommen. Das Narrengericht in Stockach (Schleswig-Holstein) verurteilte die 52-Jährige zur Zahlung von 60 Litern Strafwein. Den Wein will das Karnevals-Gericht selbst in Rheinland-Pfalz bei der Beklagten abholen. Die CDU-Politikerin habe sich der feministischen Machtgeilheit und scheinheiligen Hochstapelei schuldig gemacht, lautete das nicht ernst gemeinte Urteil. Nicht ganz politisch korrekt war auch der Vorwurf, ohne Frauenquote hätte Klöckner es nie so weit gebracht.

Ob Frauenquote oder nicht: Vieles deutet darauf hin, dass es Klöckner bald noch eine Stufe weiter bringt. Mehrere Medien berichteten am Freitag, die ehemalige Agrarministerin solle bald Bärbel Bas als Präsidentin des Bundestags nachfolgen. Friedrich Merz wollte das auf Nachfrage zwar nicht bestätigen, aber auch aus der CSU heißt es, man werde die Personalie unterstützen. Enge Drähte zu den Christsozialen gab es immer: Klöckner war einst unter Ilse Aigner Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium. Trotz der gescheiterten Spitzenkandidatur als Ministerpräsidentin wechselte sie 2011 dann in den rheinland-pfälzischen Landtag. 2018 wurde sie schließlich selbst Bundesagrarministerin.

Das Vorschlagsrecht für den Posten als Bundestagspräsident liegt bei der stärksten Fraktion im Parlament. Neben Klöckner wurde auch der ehemalige Kanzlerkandidat Armin Laschet gehandelt, hier gab es jedoch Widerstand aus der CSU. Außerdem kommt Laschet aus NRW, genauso wie der designierte Kanzler Merz und die als Minister gehandelten Carsten Linnemann und Jens Spahn. Das wäre in der CDU wohl zu viel.

Allerdings gibt es laut „Spiegel“ auch gegen Klöckner noch „erhebliche Vorbehalte“ in der Unionsfraktion. Anders als Laschet gelte sie einigen nicht als überparteiliche Integrationsfigur, berichtet das Magazin.
MIK

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