Deutliche Warnung: Generalinspekteur Breuer. © Riedl/dpa
Moskau – Angesichts der Aufrüstungspläne zahlreicher europäischer Staaten hat Russland Europa vorgeworfen, sich zu „militarisieren“, statt einen Frieden anzustreben. „Die Signale aus Brüssel und den europäischen Hauptstädten betreffen größtenteils Pläne zur Militarisierung Europas“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Dadurch sei Europa zu „einer Art Kriegspartei“ geworden.
Vor dem Hintergrund der Bedrohung aus Russland und einem möglichen Wegfall der US-Unterstützung hat die EU am Mittwoch den Startschuss für einen Plan für die Aufrüstung in Europa gegeben. Dieser soll Investitionen von bis zu 800 Milliarden Euro in die Verteidigung ermöglichen.
Bundeswehr-Generalinspekteur Carsten Breuer sprach in der ARD von einer „aktuellen Bedrohung“, die Russland für Europa darstelle. Er äußerte die Überzeugung, dass Moskau ungefähr 2029 zu einem größeren Krieg in der Lage sei. Breuer verwies auf eindeutige Indizien: „Wir sehen die russischen Drohnen über Kasernen, wo ukrainische Soldaten ausgebildet werden. Wir sehen Drohnen über Chemieparks. Wir merken, dass Sabotageakte nach oben gehen. Wir sehen, dass Spionage nach oben geht. Das ist Teil einer hybriden Kriegsführung.“ Russland wolle sich Zugänge für einen größeren Krieg verschaffen, es wolle Angriffsziele erkennen, und es wolle Verunsicherung in die Bevölkerung bringen. „Und das funktioniert.“
Zudem beobachte man in Russland eine massive Aufrüstung. Man sehe, dass „zusätzliche Rüstungsgüter in die Depots hineingehen“. Außerdem werde die Armee personell aufgerüstet: „Putin hat die Zahl seiner Soldaten verdoppelt.“