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Trump macht China great again

von Redaktion

Pekings Reaktion auf US-Zölle

Als Trump begann, mit wirren Zöllen wild um sich zu schmeißen, war Peking längst vorbereitet: Noch bevor erste Zölle griffen, hatte Xi bereits die Chefs von BMW, Mercedes und Siemens in Peking empfangen. „Einige Länder bauen sich kleine Gärten mit hohen Mauern“, sagte Chinas Staatschef und versprach den verunsicherten Konzernen Zugang zu offenen Märkten. Und das war erst der Anfang seiner Charmeoffensive.

In den nächsten Wochen reist Xi nach Kambodscha, Vietnam und Malaysia – Länder, die besonders stark von den Zöllen betroffen sind. Selbst die treuesten US-Verbündeten in Asien, Südkorea und Japan, wollen nun enger mit China zusammenrücken, um gemeinsam auf Trumps Handelskrieg zu reagieren. Eine goldene Gelegenheit für Peking: Während sich die USA isolieren, wird ein Großteil der Länder dazu gezwungen, wieder stärker untereinander zu handeln und sich einer anderen Supermacht zuzuwenden. Trumps „Make America great again“-Strategie geht nicht nur gewaltig nach hinten los – sie droht auch Chinas Aufstieg zur Wirtschaftsmacht Nummer 1 zu beschleunigen.

Dabei treffen Trumps Zölle kein anderes Land so hart wie den chinesischen Exportweltmeister: Peking hat den größten Handelsüberschuss mit den USA und muss jetzt mit 54 Prozent zusätzlichen Zöllen rechnen. Für Trump war das ein Erpressungsversuch, um China zu einem Verkauf von Tiktok zu drängen. Aber seine Rechnung ging nicht auf. Peking reagiert stattdessen mit Gegenzöllen und eskaliert den Handelskrieg. Damit hätte man rechnen können: Xi setzt außenpolitisch grundsätzlich auf Machtspiele (siehe Militärmanöver rund um Taiwan).

Europa tut jetzt gut daran, nicht zum Spielball zweier Großmächte zu werden. Natürlich versucht China, sich als zuverlässigen Handelspartner zu präsentieren, um den europäischen Markt mit Billigprodukten zu fluten. Deutsche Unternehmen werden in China gezwungen, Joint Ventures einzugehen und sind Wirtschaftsspionage ausgesetzt. Wir dürfen uns nicht täuschen lassen, wenn Peking jetzt den freien Handel predigt – zumal uns der Ukraine-Krieg bereits gelehrt hat, wie schmerzhaft Abhängigkeiten von autoritären Staaten sein können.
KATHRIN.BRAUN@OVB.NET

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