Vorerst kein Charterflug mehr

von Redaktion

Berlin – In den nächsten Tagen werden keine weiteren Aufnahmen afghanischer Flüchtlinge aus Pakistan per Charterflug mehr erwartet. Zu einem ursprünglich für den heutigen Mittwoch avisierten Flug seien von den zuständigen Stellen bislang keine weiteren Informationen mehr geliefert worden, weshalb davon auszugehen sei, dass dieser nicht stattfinden werde, hieß es in Sicherheitskreisen. Auch für einen ursprünglich geplanten weiteren Charterflug in den kommenden zwei Wochen würden – Stand jetzt – keine Vorbereitungen getroffen.

Um die Erteilung der Visa für ehemalige Ortskräfte deutscher Institutionen sowie für Afghanen, die als besonders gefährdet gelten, kümmert sich die deutsche Botschaft in Pakistan. An den obligatorischen Sicherheitsüberprüfungen und der Aufnahme der Flüchtlinge in Deutschland sind mehrere Behörden des Bundesinnenministeriums beteiligt. Unionspolitiker hatten die Fortsetzung der Aufnahmen durch die geschäftsführende Bundesregierung kritisiert. Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD heißt es: „Wir werden freiwillige Bundesaufnahmeprogramme so weit wie möglich beenden (zum Beispiel Afghanistan) und keine neuen Programme auflegen.“ Am Flughafen Leipzig war am vergangenen Mittwoch ein Flugzeug mit 138 Afghanen gelandet, die eine Aufnahmezusage erhalten hatten.

Zuvor hatte es bereits mehrere ähnliche Flüge in diesem Jahr mit insgesamt 461 Menschen aus Afghanistan gegeben. Rund 2600 besonders gefährdete Menschen aus Afghanistan warten nach Angaben des Auswärtigen Amts derzeit noch in Pakistan auf eine Reise nach Deutschland.

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