Die Gläubigen erweisen dem Papst die letzte Ehre. © DPA
Vatikanstadt – Während Gläubige kilometerlang vor dem Petersdom in Warteschlangen stehen, um sich von Papst Franziskus zu verabschieden, schreiten die Planungen der Kardinäle für die Wahl eines Nachfolgers voran. Immer mehr kirchliche Würdenträger kommen in diesen Tagen von überall auf der Welt in Rom an, wo am Samstag die große Trauerfeier für den gestorbenen Franziskus ansteht. Es laufen bereits jetzt Vorabsprachen, wie es danach im Hinblick auf das Konklave zur Wahl eines neuen Pontifex weitergeht.
Am Donnerstagmorgen fand das dritte, offizielle Treffen der Kardinäle seit Franziskus‘ Ableben am Ostermontag statt. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit dürften die Purpurträger dabei über ein Datum für den Beginn des Konklaves sprechen. Noch ist unklar, wann die Neuwahl des Papstes beginnen soll. Es wird damit gerechnet, dass es Anfang Mai werden könnte, bis die Kardinäle für das Konklave in die Sixtinische Kapelle einziehen. Derweil kommen nach einer nur kurzen Pause am frühen Morgen die Gläubigen wieder in Scharen in den Petersdom. Dort erweisen sie Franziskus, der in einem offenen Sarg aufgebahrt ist, die letzte Ehre.
Der Andrang ist immens: Anstatt wie ursprünglich geplant den Petersdom um Mitternacht zu schließen, konnten Gläubige nach stundenlangem Anstehen bis 5.30 Uhr in die wichtigste Kirche des katholischen Glaubens eintreten. Nach eineinhalb Stunden Pause öffneten dann um 7 Uhr wieder die Tore. Schnell bildete sich eine etwa einen Kilometer lange Warteschlange. Diese führte teils in Zickzack-Linien über angrenzende Plätze und Nebenstraßen. Im Laufe des Vormittags wuchs die Warteschlange Schätzungen zufolge auf das Doppelte an.
Auch viele deutsche Pilger und Gläubige waren unter den Leuten. „Ich stehe hier mit meiner Gruppe seit halb sechs“, schilderte Anja Donaubauer aus der Nähe von Passau. „Wir haben es ein zweites Mal versucht. Gestern Abend so zwischen 18 und 19 Uhr ging gar nichts mehr weiter.“ Nach Angaben von Zivilschutz-Chef Fabio Ciciliano kamen fast 50 000 Menschen in den ersten 24 Stunden der öffentlichen Aufbahrung von Franziskus in den Petersdom.
Müller: Kein Segen für Homosexuelle
Auf die Frage, ob der neue Pontifex das revidieren müsse, sagte Müller der Zeitung „La Repubblica“: „Er muss es klarstellen. Das unter Franziskus verabschiedete Dokument wollte diesen Menschen pastoral helfen, aber die katholische Ehelehre darf nicht relativiert werden.“ Der Kurienkardinal äußerte, dass die kirchliche Lehre nicht zu den Stärken von Franziskus gehörte und dass es „unterschiedliche Meinungen“ zum Pontifikat gebe. „Mit Papst Benedikt herrschte vollkommene theologische Klarheit, aber jeder hat seine eigenen Charismen und Fähigkeiten, und ich denke, Papst Franziskus hatte sie eher im sozialen Bereich“, sagte Müller.