KOMMENTAR

Schluss mit dem Hochhaus-Hickhack!

von Redaktion

Münchner Endlos-Streit

München hat die Türme mit ihren 155 Metern Höhe schon längst gebaut. Allerdings reden wir da nicht über jene Häuser am Paketpost-Gelände, die Investor Ralf Büschl gern errichten lassen würde. Sondern: Wir reden über die Akten-Berge, die sich mit dem umstrittenen Projekt befassen und die man aufeinandergestapelt mittlerweile sicher in Kilometern messen muss.

Dass eine Initiative den Plan per Bürgerentscheid stoppen lassen will, ist hinlänglich bekannt. Gestern berichtete unsere Zeitung dann, dass Experten der Stadtverwaltung Bedenken haben, ob dieser Weg juristisch überhaupt funktioniert. Und jetzt zeigt sich: Die Hochhaus-Gegner denken bereits über eine Klage vor Gericht nach – eben für den Fall, dass der Stadtrat den Bürgerentscheid nicht durchwinkt. Das ist der Krönung eines jahrelangen Hickhacks: Wir streiten längst nicht mehr über die Sache, wir streiten mittlerweile über den Streit.

So kommen wir nicht weiter. Es ist zwar mit dem Horizont des gesunden Menschenverstands nicht zu verstehen, warum dieser Fall aus juristischen Gründen per Bürgerentscheid nicht zu klären sein soll. Aber: Wenn es nun mal so ist, dann wäre jetzt vielleicht der richtige Zeitpunkt, dem Stadtrat die Turm-Entscheidung zu überlassen. Dafür – fürs Entscheiden – ist er schließlich auch gewählt worden, von allen Münchnern.
ULRICH.HEICHELE@MERKURTZ.DE

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