München/Kiew – Die EU und die Ukraine haben sich laut der Nachrichtenagentur Reuters auf einen Gegenvorschlag zu Donald Trumps Friedensplan geeinigt. Der Plan dürfte für neue Spannungen mit der US-Regierung sorgen, denn er enthält weit weniger Zugeständnisse an Russland. So gibt es in dem von Berlin, Paris und London mit Kiew ausgehandelten Vorschlag keinerlei Anerkennung russischer Kontrolle über ukrainisches Gebiet.
Vielmehr soll über diese Frage erst dann detailliert beraten werden, sobald es einen Waffenstillstand gibt. Es soll eine „robuste Sicherheitsgarantie“ für die Ukraine auch durch die USA geben – mit einer Vereinbarung ähnlich der Beistandsverpflichtung nach Artikel 5 des Nato-Vertrags. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff traf sich am Freitag erneut mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Der Kreml hatte zuletzt deutlich gemacht, dass auch der US-Friedensplan, der deutliche Gebietsverluste für die Ukraine vorsieht, Russland nicht weit genug gehe.
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko zeigt sich angesichts des US-Drucks bereit, für einen Frieden „vorübergehend“ Gebiete an Russland abzutreten. „Das ist nicht fair“, sagte der frühere Boxweltmeister in einem BBC-Interview. Für einen Frieden könne dies aber „vielleicht eine Lösung sein“.