Alexander Hoffmann soll die CSU-Landesgruppe führen.
München – Sicherheitshalber schickt Markus Söder eine freundliche Drohung hinterher. „Ich pass‘ auf, dass es läuft“, sagt er. „Man soll das Engagement eines Parteivorsitzenden nicht unterschätzen.“ Söders Satz ist ein Gruß nach Berlin, an die eigenen Parteifreunde und an die CDU: Falls ihr Murks macht, bin ich da.
Der CSU-Vorsitzende betont bei der Präsentation seiner Regierungsmannschaft also: Notfalls wird er über den Koalitionsausschuss regelmäßig eingreifen in die Bundespolitik. Das Steuerungsgremium der Koalition soll ja alle zwei bis vier Wochen tagen, Leitlinien festlegen, Konflikte entscheiden. Das Bündnis soll erfolgreich sein, ist Söders Wunsch. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht – früher lebte die CSU in Bayern ja auch davon, sich von den Berlinern hart abzugrenzen, egal von welcher Farbe die gerade sind. Söder sagt nun klar einen Kurswechsel an: „Die Strategie, zu sagen, Berlin ist an allem schuld, wird nicht funktionieren.“
In München gibt es, wie erwartet, Unterstützung vom Parteivorstand fürs CSU-Personalpaket. Jene, die nichts geworden sind, murren – leise. Weil die Landesgruppe wie gefordert drei von drei Ministern stellt und dazu eine Handvoll Staatssekretäre, gibt es keine offene Kritik. Söder muss seine Wahl nur kurz begründen. Über den designierten Innenminister Alexander Dobrindt („Dafür braucht es den härtesten Profi“) sagt er nur Lobendes, ebenso über Forschungsministerin Dorothee Bär („Steht für das moderne Image der CSU“). Den Agrarminister Alois Rainer preist er als bodenständig. Dass kein Münchner Minister nach Berlin gehe, sei immer klar gewesen; in München ist dazu anderes zu hören.
Auffällig bei den „kleineren“ Personalien: Das Innenministerium wird sehr oberbayerisch. Als Dobrindts Staatssekretärin rückt die Rosenheimerin Daniela Ludwig ein. Söder sagt, sie habe nach ihrer Abberufung als Vize-Generalsekretärin 2019 nie gejammert, sondern ihre zweite Chance erkämpft. Auch Dobrindt kämpfte für Ludwig. Sie ist wie Bär eine Vertraute aus dem „Zugspitzkreis“, eines CSU-Netzwerks, das sich zu Endzeiten Stoibers formierte. Hinzu kommt im Ministerium der Münchner Bernd Fabritius als Vertriebenen-Beauftragter.
Chef der Landesgruppe wird ein kaum bekannter Franke: Der aus Würzburg stammende Jurist Alexander Hoffmann (50) soll die Abgeordneten koordinieren, unterstützt vom Oberbayern Reinhard Brandl. „Alex der Jüngere“, nennt Söder den Dobrindt-Nachfolger, lobt ihn als Strategen und „glänzenden Redner“. Die Rolle dürfte allerdings kleiner sein als bisher.
CD