Putin kündigt dreitägige Waffenruhe an

von Redaktion

Feuerpause zum Weltkriegsgedenken im Mai – Kreml dankt „nordkoreanischen Helden“

„Humanitäre Erwägungen“: Putin erkärte eine einseitige Waffenruhe vom 8. bis zum 11. Mai. © Kazakov/dpa

Moskau – Auf die 30-stündige „Oster-Waffenruhe“ folgt eine weitere kurze Feuerpause im Ukrainekrieg: Kremlchef Wladimir Putin hat einen einseitigen Waffenstillstand in der Zeit zwischen dem 8. und dem 11. Mai verkündet. In diesen Tagen feiert Russland den 80. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. „Aus humanitären Erwägungen heraus erklärt die russische Seite anlässlich des 80. Jahrestages des Sieges – ab null Uhr vom 7. auf den 8. Mai bis null Uhr vom 10. auf den 11. Mai – eine Waffenruhe“, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung des Kreml.

Den vorübergehenden Waffenstillstand zum „Tag des Sieges“ kündigt Putin vor dem Hintergrund der Verhandlungen über die Zukunft der Ukraine an. Russland besteht dabei nach Worten von Außenminister Sergej Lawrow darauf, dass die ukrainischen Gebiete Krim, Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson als russisch anerkannt werden.

Für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj war besonders die Anerkennung der russischen Krim-Annexion bislang ein Tabu. Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump könnte Selenskyj nun aber doch dazu bereit sein, die seit 2014 von Russland besetzte Halbinsel an Moskau abzutreten. Für Trump scheint bereits seit längerer Zeit klar zu sein, dass die Krim bei Russland bleiben wird. Zuletzt hatte er deren Rückgabe an die Ukraine als lächerlich bezeichnet.

US-Außenminister Marco Rubio erhöhte am Montag den Druck auf Moskau und Kiew, sich an den Verhandlungstisch zu setzen. „Diese Woche wird eine sehr wichtige Woche sein, in der wir entscheiden müssen, ob wir uns weiterhin an diesem Projekt beteiligen wollen oder ob es an der Zeit ist, sich auf andere Themen zu konzentrieren, die genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger sind“, sagte Rubio mit Blick auf die Vermittlerrolle der USA.

Derweil bestätigte Nordkorea erstmals, eigene Soldaten zur Unterstützung Russlands im Ukraine-Krieg entsandt zu haben. Der Einsatz sei auf Befehl von Machthaber Kim Jong Un angeordnet worden, berichtete Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA. „Die Operationen zur Befreiung der Region Kursk“ seien siegreich abgeschlossen worden, wird die nordkoreanische Militärführung zitiert.

Der Kreml sprach ebenfalls zum ersten Mal offen über den Einsatz nordkoreanischer Soldaten in der Ukraine. Putin bezeichnete die Nordkoreaner, die Russland geholfen hatten, die Region Kursk zurückzuerobern, als Helden. „Die koreanischen Freunde haben gehandelt, geleitet von Gefühlen der Solidarität, der Gerechtigkeit und wahrer Kameradschaft“, sagte er. Russland werde der getöteten nordkoreanischen Soldaten immer gedenken.
SBE/DPA

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