Kiew/Washington – Vor zwei Monaten hatte ein Eklat im Weißen Haus die Unterzeichnung noch platzen lassen, nun haben die Ukraine und die USA ein Abkommen zur Finanzierung des Wiederaufbaus des Landes und zum Abbau ukrainischer Rohstoffe geschlossen. US-Finanzminister Scott Bessent bezeichnete den Deal als „historisch“.
Die Ukraine räumt den USA nun Zugang zu wertvollen Bodenschätzen ein – vor allem, um Washington nicht vollends an Kreml-Chef Wladimir Putin zu verlieren. Kiew erhofft sich außerdem eine Fortsetzung der US-Waffenlieferungen. Tatsächlich meldete die „Kyiv Post“ am Donnerstag, dass die US-Regierung nun zumindest den Verkauf von Waffen an Kiew im Wert von 50 Millionen Dollar genehmigen will. Bisher sind alle Militärhilfen an die Ukraine ausgesetzt.
Zwar beinhaltet das Abkommen keine US-Sicherheitsgarantien. Bessent betonte aber, es sei ein klares Signal an den Kreml, dass sich die US-Regierung langfristig für einen Friedensprozess einsetze.
Vereinbart wurde, dass Washington und Kiew zu gleichen Teilen einen gemeinsamen Fonds schaffen, in den die Gewinne aus zukünftigen Rohstoffprojekten fließen sollen. Dabei erhalten die USA einen privilegierten Zugang zu ukrainischen Rohstoffen. Der Fonds soll im Laufe von zehn Jahren in Projekte zum Wiederaufbau der Ukraine investieren.
Von Aluminium bis Zink listet das Abkommen 57 Bodenschätze auf, die gemeinsam genutzt werden sollen. Das Problem: Niemand kennt die genaue Größe der Vorkommen. Und ein Teil liegt in russisch besetztem Gebiet. Die politische Bedeutung dürfte deshalb größer sein als die wirtschaftliche. Der Deal zeigt, dass die USA und die Ukraine sich einigen konnten. Mit Putin stehen belastbare Verabredungen aus.