Der Krieg ist zurück in Syrien

von Redaktion

Israel greift Damaskus an

Damaskus – Nach tagelanger Gewalt regierungsnaher Kämpfer gegen die drusische Glaubensgemeinschaft in Syrien hat Israel Ziele in der Nähe des Präsidentenpalasts in Damaskus angegriffen. Kampfflugzeuge hätten „die Umgebung des Palastes getroffen“, erklärte die israelische Armee. Zuvor hatte Verteidigungsminister Israel Katz gedroht, Israel werde mit Härte reagieren, wenn die islamistische syrische Regierung die drusische Minderheit nicht schütze.

In den vergangenen Tagen waren bei Kämpfen zwischen regierungsnahen Bewaffneten und Drusen nahe Damaskus laut Aktivisten mehr als hundert Menschen getötet worden. Der religiöse Anführer der syrischen Drusen sprach am Donnerstag von einer „Völkermordkampagne“ der regierungsnahen Truppen. Diese sei „durch nichts zu rechtfertigen“, erklärte Scheich Hikmat al-Hidschri. Er rief „internationale Kräfte“ zum sofortigen Eingreifen auf, um „den Frieden zu sichern und eine Fortsetzung dieser Verbrechen zu verhindern“.

Israel stuft die neue syrische Übergangsregierung unter Ahmed al-Scharaa als Dschihadisten ein. Seit dem Sturz des langjährigen syrischen Machthabers Baschar al-Assad durch von Islamisten angeführte Milizen im Dezember griff die israelische Luftwaffe bereits hunderte Ziele in Syrien an.

Die USA verurteilten die Gewalt gegen Mitglieder der drusischen Minderheit als „verwerflich und inakzeptabel“. Die Übergangsbehörden in Damaskus müssten „die Kämpfe einstellen“ und die Täter zur Rechenschaft ziehen, sagte die Sprecherin des Außenministeriums. Auslöser der jüngsten Gewalt war laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte die Veröffentlichung einer von Muslimen als „blasphemisch“ eingestuften und einem Drusen zugeschriebenen Audiobotschaft. In Syrien leben etwa 700000 Drusen.

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