WIE ICH ES SEHE

Herbert Henzler: Ihr solltet es eigentlich mal besser haben

von Redaktion

Herbert Henzler, der langjährige McKinsey-Deutschlandchef und Professor, hat ein überaus lesenswertes Buch vorgelegt. Darin wirbt er für ein besseres Verständnis der Generationen untereinander. Es ist schon sein elftes Buch. Ein wackerer Schwabe bleibt eben auch im Alter nicht einfach stille sitzen. Für Henzler gilt das auch äußerlich, denn das Bergsteigen ist für ihn mit über 80 eine ganz normale Alltagsbeschäftigung geblieben. Es passt daher, dass Reinhold Messner das Vorwort zu dem Buch schreibt.

Die „Babyboomer“, geboren in den glücklichen Jahren der alten Bundesrepublik bis Ende der 60er-Jahre, sind noch mit dem Versprechen der Eltern aufgewachsen: „Ihr sollt es mal besser haben“. Die heute Jungen dagegen, nämlich Generation Z (1996 bis 2012) und erst recht Generation A (frühe 2010 bis Mitte 2020), sehen sich in eine ganz andere Welt gestellt. In dem Narrativ „Ihr sollt es mal besser haben“ sehen sie kaum noch mehr als einen realitätsfernen frommen Wunsch. Henzler zeigt in seinem Buch, wie es kam, dass der Zenit überschritten wurde. Wie Schwierigkeiten aufgetaucht sind, wie Versprechungen und Hoffnungen eher einem Stimmungstief im Dickicht veränderter Verhältnisse gewichen sind.

Das alles ist für Henzler aber keineswegs Grund zur Resignation. In vielen Details zeigt er, dass allein der laufende ungeheure technologische Fortschritt, die ständige Erweiterung unseres Wissens Grund dafür sind, dass es uns auf Dauer immer besser gehen kann. Mit seinen Erläuterungen zum Wandel unserer Gesellschaft will Henzler vor allem das Miteinander der unterschiedlichen Generationen stärken. Die Jungen sollen auch die Leistungen der Alten kennen. Dazu zitiert der Autor frei nach einem Wort des großen Naturwissenschaftlers und Denkers Isaac Newton: „Nur wer auf den Schultern von Riesen steht, sieht weiter als bis zur eigenen Nasenspitze.“ Für das bessere Verständnis zwischen den Generationen, von den Babyboomern bis zur heute jungen Generation Z, leistet das neue Henzler-Buch einen großartigen Beitrag. Es greift aktuelle Entwicklungen auf, um zu sehen, worauf wir uns in Zukunft einzustellen haben. Wo wir umdenken müssen. Um das zu beurteilen, verbindet dieses innovative Buch Vergangenheit mit einer Zukunft, die wir bei allen Gefährdungen vor allem mit großer Hoffnung antreten können.

Der am 3. November 1941 im schwäbischen Plochingen geborene Henzler kam nicht mit einem „goldenen Löffel“ auf die Welt. Sein Interesse an der Wirtschaft hat ihn früh in eine akademische Laufbahn und in die Praxis geführt. In dem neuen Henzler-Buch ist ein Foto zu sehen, wie der damalige US-Außenminister Henry Kissinger dem jungen McKinsey-Deutschland-Chef persönlich gratuliert.

Mögen Leser der jungen Generationen den Lebensweg des Autors als Zeichen der Hoffnung nehmen. Auch heute gibt es große Chancen für junge Talente, die bereit sind, ihre Kräfte zu entwickeln. Man muss keine Scheu haben vor dem gesellschaftlichen Aufstieg, der sich auch heute erarbeiten lässt.

Schreiben Sie an:

ippen@ovb.net

Artikel 7 von 11