Der Iran steht mit dem Rücken zur Wand. Die Wirtschaft liegt am Boden. Und nach der verheerenden Explosion im Containerhafen von Schahid Radschai mit mindestens 70 Toten, die laut Irans Regierung durch „Fahrlässigkeit“ verschuldet wurde, ist die Wut der Bevölkerung auf das Mullah-Regime weiter gewachsen.
Donald Trump sieht in dieser Situation die Chance, mit noch mehr Sanktions-Druck auf Teheran einen Erfolg bei den Verhandlungen um das Atom-Abkommen zu erzielen. Er könnte mit dieser Taktik des maximalen Drucks durchaus Erfolg haben, denn der vor dem ökonomischen Kollaps stehende iranische Gottesstaat braucht eine sichtbare Besserung für den Alltag der Menschen. Ein Ende oder wenigstens eine deutliche Lockerung der Sanktionen sollte für Teheran in dieser Situation wichtiger sein, als weiter auf die atomare Drohung zu bauen – die Atombombe macht keinen Iraner satt.
Das eigentliche Problem von Trumps neuen Sanktionen ist jedoch, dass er damit auch ein neues Schlachtfeld im Handelskrieg mit China eröffnet. Nach US-Angaben gehen 90 Prozent des iranischen Öls in das energiehungrige Reich von Xi Jinping. Trump will über Bande auch Peking treffen, auch wenn offen bleibt, wie er den Öl-Handel mit China überhaupt verhindern will. Peking wird reagieren. Die weltweit vernetzte Wirtschaft wird leiden.
KLAUS.RIMPEL@MERKURTZ.DE