Polen warnt vor Grenzkontrollen

von Redaktion

Warschau mahnt: Freizügigkeit in der EU muss erhalten bleiben

Warschau – Der polnische Geschäftsträger in Deutschland hat die künftige Bundesregierung vor geplanten verschärften Kontrollen an der deutsch-polnischen Grenze gewarnt. Bereits die derzeitigen Kontrollen seien „ein Problem für den täglichen Grenzverkehr und das Funktionieren des EU-Binnenmarktes“, sagte der polnische Spitzendiplomat Jan Tombinski dem Magazin „Politico“. „Wir wünschen daher nicht, dass es zu einer Verschärfung der Grenzkontrollen kommt.“

Die Regierung in Warschau stehe „natürlich zu unserer Verpflichtung, die europäische Außengrenze — vor allem zu Russland und Belarus — zu schützen“, betonte Tombinski. Zugleich erwarte seine Regierung aber, „dass die Freizügigkeit im europäischen Schengenraum erhalten bleibt“. Für die Menschen in Polen werde es „schwierig zu erklären, dass wir in unsere Außengrenze investieren und gleichzeitig die verschärften Kontrollen an der deutschen Grenze bekommen“, warnte der Diplomat. Auf die Frage, ob Polen Zurückweisungen von Migranten akzeptieren würde, sagte Tombinski, dass Polen zu seinen „Verpflichtungen im Rahmen der EU-Gesetzgebung“, darunter auch der neuen GEAS-Asylpolitik, stehe.

Friedrich Merz (CDU) und sein designierter Kanzleramtschef Thorsten Frei hatten verschärfte Grenzkontrollen ab dem ersten Tag der neuen Regierung angekündigt. Merz plant für kommende Woche seinen Antrittsbesuch bei Präsident Donald Tusk. Im Nachbarland Polen gilt das Thema derzeit als sensibel, da am 18. Mai Präsidentschaftswahlen anstehen. »KOMMENTAR

Artikel 7 von 11