Scholz freut sich auf mehr Zeit mit seiner Frau

von Redaktion

Noch-Kanzler Olaf Scholz (SPD) beim Kirchentag. © epd

Hannover – Olaf Scholz, noch geschäftsführender Bundeskanzler, freut sich nach eigenem Bekunden darauf, als einfacher Bundestagsabgeordneter mehr Zeit mit seiner Frau verbringen zu können. Seitdem er 1998 zum ersten Mal in den Bundestag gewählt worden sei, hätten er und seine Frau immer in verschiedenen Städten gearbeitet. „Das wird viel besser, wenn wir mehr Zeit miteinander haben“, sagte er am Freitag auf einem Podium des Evangelischen Kirchentags in Hannover. Dass räumliche Trennung ein Geheimnis guter Beziehungen sei, halte er dagegen für eine „dumme Männerweisheit“. Scholz ist seit 1998 mit der SPD-Politikerin Britta Ernst verheiratet.

Er werde das Plus an Freizeit künftig nutzen. „Das wird mir nicht schwer fallen, weil ich es immer geschafft habe, Sport zu machen, mit meiner Frau in den Urlaub zu fahren, Bücher zu lesen oder ins Kino zu gehen“, so der SPD-Politiker. Die Relationen der verschiedenen Teile aus Arbeit und Hobbys würden sich jetzt „günstig“ verschieben.

Mit dem Ausscheiden aus dem Kanzleramt gehe es ihm bisher „ganz gut“, erklärte Scholz. „Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich in Hamburg-Altona und in Potsdam insgesamt sechsmal direkt gewählt worden bin, das ist nicht selbstverständlich.“ Er habe ein Leben, auf das er bisher gern zurückblicke – „und ich freue mich auf das, was jetzt kommt“. Ab Dienstag wird der Noch-Kanzler als direkt gewählter Abgeordneter seines Wahlkreises Potsdam im Bundestag sitzen.

Scholz wird am Montagabend mit einem Großen Zapfenstreich aus seinem Amt als Bundeskanzler verabschiedet. Er hatte sich als Lieder „In My Life“ von den Beatles, einen Auszug aus dem „2. Brandenburgischen Konzert“ von Johann Sebastian Bach sowie „Respect“ von Aretha Franklin gewünscht. Geliebäugelt habe er auch mit dem Song „Power to the people“ von Patti Smith und dem Deutsch-Pop Hit „80 Millionen“ von Max Giesinger. Letzteres habe vom Titel, aber nicht vom Inhalt gepasst. „Ich bin einer von 84 Millionen, auch als Kanzler.“ Wenn man das wüsste, „dann ist man vorher glücklich, währenddessen und hinterher“, so Scholz.

Scholz berichtete beim Kirchentag auch, dass er seine Wehrdienstverweigerung als junger Mann mit dem „Winnetou“-Schriftsteller Karl May begründet habe. „Das war natürlich frech. Ich wundere mich nachträglich über meinen Mut“, sagte der geschäftsführende Bundeskanzler.

In seiner Begründung schrieb Scholz, er habe praktisch alle Bücher von May gelesen und deren Held würde niemanden töten und begründe das sehr christlich. „Da fanden sie, der ist bekloppt, den muss man durchgehen lassen.“ Er habe dann Zivildienst in einem Pflegeheim geleistet, berichtete der SPD-Politiker. Er sei immer für die Wehrpflicht gewesen.

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