Rom – 133 Kardinäle wählen den neuen Papst – die deutsche Beteiligung ist allerdings gering. Manche Theologen sehen den Grund dafür im Niedergang der wissenschaftlichen deutschen Theologie. Derzeit jedenfalls gehören dem Kardinalskollegium nur noch sechs Deutsche an. Weil die Altersgrenze beim Konklave aber bei 80 Jahren liegt, fallen drei Kardinäle durchs Raster: Walter Brandmüller aus dem bayerischen Ansbach (96), Walter Kasper (92) aus Baden-Württemberg sowie der in Rheinland-Pfalz geborene Friedrich Wetter (97), der 1982 Erzbischof von München und Freising wurde, als Papst Johannes Paul II. Kardinal Joseph Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation nach Rom berief.
Bleiben also noch drei, die mit bestimmen, in welche Richtung die katholische Kirche geht: Reinhard Marx (71), der amtierende Erzbischof von München und Freising, der rheinland-pfälzische Kardinal Gerhard Ludwig Müller (77) sowie der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki (68). Woelki stand wegen der Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs in seinem Erzbistum schwer in der Kritik. Sogar der Vatikan hielt ihm schwere Fehler vor. Dass einer aus dem Trio Papst werden könnte: unwahrscheinlich. Müller gilt als Polarisierer und scharfer Kritiker des Reformprozesses der deutschen Katholiken, des Synodalen Wegs. Außerdem stand auch er in der Kritik, als Bischof von Regensburg die Aufarbeitung der Missbrauchsskandale verzögert zu haben, so wie Woelki, der ebenfalls nicht als papsttauglich gilt.
Bliebe der Westfale Marx. Tatsächlich schreiben ihm manche der vielen Vatikan-Beobachter Außenseiterchancen zu. Marx gehört zum Reformflügel, war ein enger Vertrauter von Papst Franziskus. Aber das dürfte nicht reichen, zumal mit Ratzinger als Benedikt XVI. der letzte deutsche Papst nicht lange zurückliegt.
WHA