Bukarest – Nach dem Sieg des extrem rechten Kandidaten in der ersten Runde der Präsidentenwahl in Rumänien ist die Regierung in dem EU- und Nato-Land in eine Krise geraten. Der sozialdemokratische Ministerpräsident Marcel Ciolacu trat am Montagabend zurück, nachdem der Kandidat seiner Partei PSD in der ersten Wahlrunde ausgeschieden war. Die bürgerlich-sozialdemokratische Regierungskoalition ist damit faktisch zerbrochen.
Diese erste Runde der Wiederholung der im vergangenen Jahr annullierten Präsidentenwahl gewann mit großem Abstand der extrem rechte Kandidat George Simion, eine absolute Mehrheit verfehlte er. Ob Simion Staatschef wird, entscheidet sich bei einer Stichwahl am 18. Mai. Dabei tritt Simion gegen den Zweitplatzierten an – der liberalkonservative, parteilose Bürgermeister von Bukarest, Nicusor Dan.
In der ersten Runde kam der Simion auf Platz eins mit 40,96 Prozent der Wählerstimmen. Dan kam auf Platz zwei 20,99 Prozent. Der Regierungskandidat Crin Antonescu schied mit 20,07 Prozent aus dem Rennen aus.
Ciolacu erklärte, seine Partei wolle keine Wahlempfehlung geben. Die bisher mitregierende PNL unterstützt den EU-orientierten Dan. „Es geht jetzt darum, ob Rumänien westlich orientiert bleibt“, sagte Dan.