Rom – Wer wird Nachfolger von Papst Franziskus? Die Spekulationen kochen vor dem Konklave traditionell hoch. Der Italiener Pietro Parolin ist der am häufigsten genannte Favorit. Der bisherige Chefdiplomat des Vatikans war fast während der gesamten Amtszeit von Franziskus die Nummer zwei im Vatikan. Aber auch andere Italiener haben Chancen: Pierbattista Pizzaballa (60), Lateinischer Patriarch von Jerusalem, sowie Matteo Maria Zuppi (69), Erzbischof von Bologna.
Verlässt man Italien, ist ein weiterer Favorit Luis Antonio Tagle (67) von den Philippinen. Der emeritierte Erzbischof von Manila ist gemäßigt und scheut sich – als eloquenter Redner – nicht, die Kirche für ihre Unzulänglichkeiten zu kritisieren. Vom afrikanischen Kontinent fällt der Name Fridolin Ambongo Besungu (65) aus der Demokratischen Republik Kongo. Besungu ist Erzbischof von Kinshasa und war der einzige Kardinal aus Afrika im Kardinalsrat von Papst Franziskus. Allerdings ging er beim Umgang mit Homosexuellen in den offenen Konflikt mit Franziskus und kämpfte gegen Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare. Auch der bereits 76 Jahre alte Kardinal Peter Turkson aus Ghana wird gehandelt.
Traditionell sorgt die Papstwahl in den Wettbüros weltweit für große Umsätze. Beim Portal „Polymarket“ zum Beispiel wurde gestern Nachmittag, Stand 15.45 Uhr, Pietro Parolin mit 29 Prozent als großer Favorit gehandelt – gefolgt von Luis Antonio Tagle (19 Prozent), Matteo Zuppi (12) und Pierbattista Pizzaballa (9). Dahinter mit je acht Prozent Peter Turkson und der Ungar Péter Erdö, der als stark konservativ gilt.
Allerdings hat sich beim Konklave in Rom schon oft die Weisheit bestätigt: „Wer als Papst ins Konklave geht, kommt als Kardinal wieder raus.“
WHA