Man kann eigentlich schon den Wecker danach stellen: Etwa jedes halbe Jahr kommen aus Bayern Forderungen zum Deutschlandticket, mehr oder weniger geschickt verpackt in Warnungen. Entweder steht das Ticket gerade vor einer Preiserhöhung oder kurz vor dem Aus. Jetzt ist es mal wieder so weit: Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) will über die Finanzierung sprechen und stellt infrage, ob das deutschlandweite Angebot überhaupt noch 2026 bestehen kann.
Dabei macht der Zeitpunkt stutzig. Denn gerade erst hat sich die neue Koalition auf sämtliche verkehrspolitische Vorhaben geeinigt. Und im Koalitionsvertrag steht unmissverständlich: „Das Deutschlandticket wird über 2025 hinaus fortgesetzt.“ Erst ab 2029 soll der Preis „schrittweise und sozialverträglich erhöht“ werden. Und zur Erinnerung: Die CSU ist gerade Teil der schwarz-roten Entscheider in Berlin. Also an wen genau richtet sich diese Forderung?
Keine Frage, die Finanzierung muss rechtzeitig gesichert werden. Das Deutschlandticket ist zu geschickt und zu beliebt, um es achselzuckend auslaufen zu lassen. Und ja, auch die Länder haben eine angespannte Haushaltslage und müssen ihre Finanzen zusammenhalten. Aber immer nur mit dem Finger auf den Bund zu zeigen und dringend notwendige Infrastrukturmaßnahmen (die auch von CSU-Bundesverkehrsministern verschleppt worden sind) gegen das Deutschlandticket aufzuwiegen, sorgt beim Fahrgast nur für eines: politische Frustration.
LEONIE.HUDELMAIER@OVB.NET