Istanbul – In den Bemühungen um eine Waffenruhe in der Ukraine richten sich alle Augen auf ein zweites direktes Treffen der beiden Kriegsparteien, das möglicherweise am heutigen Freitag in Istanbul stattfindet. Die Ukraine erklärte sich zu den von Moskau vorgeschlagenen neuen Gesprächen bereit, sie will vorher aber die russischen Bedingungen für einen Frieden sehen. Um die Verhandlungen nicht zu gefährden, lehnte US-Präsident Donald Trump trotz seines wachsenden Ärgers derzeit Sanktionen gegen Moskau ab.
Zuvor hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow ein neues Treffen in Istanbul vorgeschlagen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan appellierte am Donnerstag an beide Seiten, den Verhandlungen eine Chance zu geben. „Wir stehen in Kontakt mit Russland und der Ukraine. Wir sagen ihnen, dass sie die Tür nicht zuschlagen sollen, solange sie offen ist“, erklärte Erdogan. „Das Löschen dieses riesigen Feuers in unserer Region ist eine humanitäre Pflicht“, betonte er.
Deutschland will die Ukraine im Kampf gegen Russland noch stärker als bisher unterstützen und ihr beispielsweise bei der Produktion weitreichender Waffensysteme helfen. Dies verkündete Merz bei einem Besuch Selenskyjs in Berlin am Mittwoch. „Wir werden unsere militärische Unterstützung fortsetzen und wir werden sie ausbauen“, sagte Merz. Bei der Kooperation zur Waffenproduktion solle es „keine Reichweitenbeschränkungen geben“. Die Bundesregierung gab weitere fünf Milliarden Euro Militärhilfe für Kiew bekannt. Merz schließt eine Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine nicht aus. „Natürlich ist das im Bereich des Möglichen“, sagte der CDU-Vorsitzende.