„Endlich wieder Systemfähigkeit.“ Marie-Christine von Hahns Stoßseufzer beim Rollout des Testflugzeugs D328eco in Oberpfaffenhofen klang ehrlich erleichtert. Die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie sprach aus, was Vertreter von Politik und Industrie in den letzten 23 Jahren ungern hörten: Mit der Pleite von Fairchild-Dornier hat Deutschland die Fähigkeit zur Entwicklung und zum Bau von eigenen Verkehrsflugzeugen aufgegeben.
Es grenzt an ein Wunder, dass – angesichts des kaum verhohlenen Desinteresses der deutschen Politik – die mehrfach wechselnden Eigentümer der Dornier-Reste die entsprechenden Zertifikate wie einen Schatz gehütet hatten. Sonst wäre der Verlust unwiederbringlich geworden. Ein ehrgeiziges internationales Team der Deutschen Aircraft, der Tochter eines US-Konzerns, hat die Reste wiederbelebt. Aus der 23 Jahre alten Do328, dem besten Flugzeug seiner Klasse, wurde ein voraussichtlich noch besseres. Die D328eco wird auch in 32 Jahren nicht veraltet sein.
„Germany ist back on stage“, sagte die Verbandsmanagerin von Hahn auch. Deutschland ist zurück auf der Bühne. Wie wichtig ihre Luft- und Raumfahrtbranche ist, konnte sie mit Zahlen belegen: Im Rezessions-geplagten Deutschland des Jahres 2024 hat sie um 18 Prozent zugelegt.