An Schawuot feiern Jüdinnen und Juden die Verkündung der Zehn Gebote am Berg Sinai, und sie danken Gott für die ersten Feldfrüchte des Jahres. In Israel dauert das Fest einen Tag – in der Diaspora zwei. Heuer endete der Ruhetag am Dienstagabend. Da zeugt es von einer gewissen Komik (andere würden vielleicht sagen: Unkenntnis), dass das Münchner Kulturreferat am Dienstagnachmittag verkündet hat, dass Alina Gromova neue Direktorin des Jüdischen Museums der Stadt wird. Bisher ist sie stellvertretende Chefin des Centrum Judaicum in Berlin und wird ihren neuen Posten an der Isar zum 1. September antreten.
Doch vergessen wir den Zeitpunkt der Bekanntgabe: Endlich ist diese Personalie entschieden! Wie auch immer die Gründe, Begründungen, Ausreden (Respekt vor dem Vorgänger, Bewerbungsverfahren, Wechsel des Kulturreferenten) lauten mögen: Tatsache ist, dass sich die Stadt viel zu lange Zeit gelassen hat, den Posten zu besetzen. Gründungsdirektor Bernhard Purin ist im Februar 2024 verstorben – erst 18 Monate später kommt nun seine Nachfolgerin ins Amt. Dieser Umgang der Stadt mit ihrem Museum zeugt von fehlender Wertschätzung – nicht nur dem Haus gegenüber, sondern gegenüber allen Mitarbeiterinnen, auf deren Schultern zusätzlich die Direktionsarbeit abgeladen wurde. Höchste Zeit, das zu ändern – Mazel tov, Alina Gromova!