KOMMENTAR

Nicht noch mehr Mogelpackungen

von Redaktion

Umweltpläne der Autoindustrie

Dass die Autoindustrie das Verbrenner-Aus abräumen will, ist in Teilen verständlich. Bisher verdienen die Autoriesen gut mit dem Verbrenner-Verkauf, und für viele Zulieferer würde ein faktisches Verbot das Aus bedeuten. Und auch wenn die Deutschen sich langsam wenigstens etwas mit der E-Mobilität anfreunden: Noch gibt es schlicht und einfach nicht für jedes Fahrprofil ein passendes E-Auto, vor allem kein bezahlbares. Ein rigides Verbrenner-Aus durch eine hohe Elektro-Quote von 90 Prozent zu ersetzen, ist zumindest eine Diskussion wert – auch wenn industriepolitisch völlig unklar ist, ob das der deutschen Autoindustrie wirklich hilft oder ihren Abstieg noch beschleunigt.

Ärgerlich ist dagegen, welche Mogelpackungen die Branche in Brüssel zu platzieren versucht. Beispiel Plug-in-Hybride: Das sind tolle Autos, mit denen man wenigstens einen Teil der Fahrten elektrisch erledigen kann. Bei der Flottenbilanz aber so zu tun, als bleibe ihr Benzin-Motor immer aus, ist dreiste Schummelei. Auch die Behauptung, die gesamte Autowelt bald mit E-Fuels und Biokraftstoffen zu betreiben, ist völlig realitätsfern. Das alles schadet auch der Branche, die teils absurden Autodebatten haben bei deutschen Verbrauchern viel Skepsis und Unsicherheit hinterlassen – weshalb viele ihr altes Auto einfach weiterfahren, statt sich ein neues zu kaufen. ANDREAS.HOESS@OVB.NET

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