Ihre Beziehung endet, wie sie begann: maßlos. Berauschend ist vor allem das Tempo, in dem sich Donald Trump und Elon Musk voneinander entfernen. Der mächtigste hatte den reichsten Mann der Welt kaum aus seiner Berater-Rolle entlassen (planmäßig übrigens), da donnerte Musk so ungehemmt los, als habe er nur auf diese Gelegenheit gewartet.
Auch wenn sich in der Vergangenheit immer wieder Günstlinge von Trump abwendeten, um dann vor ihm zu warnen, ist der jetzige Bruch spektakulär. Gut, die Möglichkeit des Zerwürfnisses schwang von Beginn an mit: Trumps nationalistische Bewegung hat für die Silicon-Valley-Elite nichts übrig, der MAGA-Kern haderte früh mit Musk. Als Trump spürte, dass Musk ihm im eigenen Lager schadet, verlor er das Interesse. Musk wiederum kettete vor allem eine anti-woke Hysterie an den Republikaner. Jetzt wirkt der Tech-Tesla-Twitter-Milliardär wie verkatert nach einem harten MAGA-Trip. Dass Trump Milliarden-Zuschüsse für E-Autos streichen will, mag eine gewichtige Rolle dabei spielen.
So unterhaltsam das ist, so ernst ist es auch. Denn mit dem Zerwürfnis ist einerseits eine Gefahr gebannt, die in der Allianz von großer Macht und großem Geld liegt. Anfangs schien es, als täten sich in Washington der Trump-Clan und eine Kaste von Oligarchen zusammen, um die USA in so eine Art Tech-Autokratie zu verwandeln. Übrig ist davon wenig. Andererseits könnte die beendete „Bromance“ noch Folgen haben. Musk hat Hebel, um Trump zu ärgern, etwa durch die Abhängigkeit der US-Raumfahrt und des Militärs von seiner Firma SpaceX. Gefährlich! Man sollte die Eskalationsbereitschaft zweier Narzissten im Kampf um ihr Ego nicht unterschätzen.MARCUS.MAECKLER@OVB.NET