Anschlag auf Strommasten in Berlin

von Redaktion

Ein beschädigter Mast wird begutachtet. © dpa

Berlin – Nach dem Brandanschlag auf Strommasten und Kabel im Berliner Südosten prüft die Polizei einen möglichen Zusammenhang mit einem geplanten Tesla-Entwicklungszentrum in der Gegend. „Ob das eine Rolle spielt, ist auch Gegenstand der Ermittlungen“, sagte eine Polizeisprecherin. Konkrete Hinweise dazu gebe es aber noch nicht. Nach erster Einschätzung der Polizei geht die Brandstiftung vermutlich auf das Konto von politisch motivierten und mutmaßlich extremistischen Tätern.

50 000 Kunden vom Ausfall betroffen

Unbekannte hatten am frühen Dienstagmorgen einen Brand an zwei Hochspannungsmasten im Berliner Stadtteil Johannisthal (Bezirk Treptow-Köpenick) gelegt. Mehrere Stromkabel wurden beschädigt. Nach Angaben des Netzbetreibers Stromnetz Berlin waren knapp 50 000 Kunden von dem Stromausfall betroffen, darunter befinden sich auch Pflegeeinrichtungen. Fünf Bewohner aus zwei Pflegeheimen wurden in Krankenhäuser verlegt. Rund 15 000 Kunden konnten über eine andere Leitung schnell wieder mit Strom versorgt werden. Durch den Stromausfall war auch der öffentliche Nahverkehr teilweise eingeschränkt, zudem fielen Ampeln aus. Der Notruf 110 und 112 war in bestimmten Bereichen auch über Mobilfunk nicht mehr erreichbar.

Genauer Standort bleibt geheim

Tesla hatte am 3. September bekanntgegeben, in Berlin-Köpenick ein neues europäisches Entwicklungszentrum zu bauen. Der umstrittene Konzern will dafür eine alte Fabrikanlage renovieren. Wo genau sich der Standort befindet, verriet der Konzern nicht.

Auch der Bezirk wollte die Geheimhaltung beibehalten. Zuvor hatten „intensive und vertrauliche Gespräche“ von Senat und Bezirk mit Tesla stattgefunden. „Die konsequent gewahrte Vertraulichkeit war ein wichtiger Faktor für die erfolgreiche Standortentscheidung zugunsten Köpenicks“, hieß es aus den Gesprächen.

Der mutmaßliche Brandanschlag weist Ähnlichkeiten mit einem Anschlag im März 2024 auf einen Strommast südöstlich von Berlin auf. Damals war die Stromversorgung von Tesla, anderer Firmen und tausender Privathaushalte unterbrochen wurden. Eine als linksextremistisch eingestufte Gruppe bekannte sich.

Im aktuellen Fall ermittelt der Staatsschutz. An den hohen Strommasten waren dicke Leitungen durch das Feuer beschädigt worden. Die Täter setzten offenbar Brandbeschleuniger ein. Bürgermeister Kai Wegner (CDU) erklärte, der Stromausfall sei „die Folge eines gefährlichen Anschlags, der sich unmittelbar gegen die Berlinerinnen und Berliner richtet“. Mit dem Angriff würden „bewusst Menschenleben und die Sicherheit unserer Stadt gefährdet“, sagte Wegner.

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