Manfred Weber überreicht Papst Leo eine Kerze. © Vatican Media
Rom/München – So viel Ehre wird nur wenigen zuteil: Papst Leo XIV. hat EVP-Chef Manfred Weber am Montag zur Privataudienz im Vatikan empfangen. Knapp 40 Minuten sprachen beide miteinander. „Ich habe einen sehr zugewandten, dynamischen und aktiven Papst erlebt“, sagte der CSU-Politiker im Anschluss unserer Zeitung. Das Treffen sei sehr beeindruckend gewesen.
In dem Gespräch ging es demnach vor allem um die Kriege in der Ukraine und in Gaza, aber auch um Webers Sorge, dass Populisten das Christentum in Europa für ihre Agenda missbrauchten. „Ich habe den Papst darauf angesprochen, dass manche behaupten, sie würden mit ihrem Kampf gegen Migration das christliche Europa retten.“ Auch US-Vizepräsident JD Vance nehme für sich in Anspruch, zu definieren, was christlich ist. Leo, selbst US-Amerikaner, habe aufmerksam zugehört und seinerseits die Bedeutung der Christdemokratie für Europa hervorgehoben.
Es war bereits Webers zweite Privataudienz bei einem Pontifex. Im März 2022 traf er Leos damals schon angeschlagenen Vorgänger Franziskus. „Es ist ein tolles Zeichen, dass Leo sich schon so früh in seinem Pontifikat Zeit genommen hat“, sagte Weber, der von einer EVP-Delegation begleitet wurde. Er empfinde tiefe Dankbarkeit. Im Anschluss traf der Niederbayern auch Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, den Chefdiplomaten des Heiligen Stuhls, zu einem 90-minütigen Gespräch. Topthema auch hier: Die Ukraine und Wladimir Putins fehlender Verhandlungswillen.
Am Ende überreichte der EVP-Politiker Leo eine Kerze aus Bayern. „Ich habe ihm gesagt, dass sie aus der Heimat seines Vorgängers Benedikt XVI. stammt“, sagte Weber. Die Geste kam wohl an. MMÄ