In Lateinamerika ist sie schon lange berühmt – jetzt steht María Corina Machados Kampf gegen das sozialistische Regime in Venezuela weltweit im Fokus. Es ist eine gute Entscheidung, dass diese mutige Frau den Friedensnobelpreis bekommen hat!
Und geschickt ist das Oslo-Votum obendrein. Denn es ging diesmal ja auch darum, den zu erwartenden Zorn des selbst ernannten Friedensnobelpreis-Anspruchsberechtigten Donald Trump zu dämpfen. Zwar hatte Trump schon im Vorfeld deutlich gemacht, dass es eine „Beleidigung“ wäre, ihm den Preis nicht zu geben. Da Machado aber gegen einen der größten Feinde des US-Präsidenten kämpft, nämlich Venezuelas sozialistischen Präsidenten Nicolas Maduro, dürfte er die Preisträgerin wenigstens nicht als „unwürdig“ beschimpfen.
Maduro trickste sich seinen getürkten Wahlsieg bei der Wahl 2024 auch dadurch herbei, dass er der laut Umfragen klar führenden Machado die Ausübung öffentlicher Ämter verbot. Sie überstand Mordanschläge und Schikanen – und stellte ihre persönlichen Ambitionen für ihren Ersatz-Kandidaten Edmundo González Urrutia zurück.
Die Entscheidung des Osloer Komitees von 2009, Barack Obama den Friedensnobelpreis zu geben, hallt bis heute nach: Der damals frisch gewählt US-Präsident bekam die Würdigung quasi als Vorschuss – und enttäuschte dann mit seinen massiven Drohnen-Angriffen viele. Dass Trump so erpicht auf die Ehrung ist, hängt auch mit seiner Verachtung für Obama zusammen.
Viel wichtiger aber als Staatsmänner wie Obama oder einen Staatenbund wie die EU zu ehren ist es, mutigen Oppositionellen, die von Haft und Mordanschlägen bedroht sind wie Machado, den Rücken zu stärken. Dieser Preis hat immer noch ein so großes Renommee, dass selbst Diktatoren unter Druck geraten, wenn sie die Geehrten wegsperren oder sogar töten lassen. Carl von Ossietzky und Hitler, Andrej Sacharow und Sowjet-Führer Leonid Breschnew, Shirin Ebadi und die iranischen Mullahs: Machados Kampf gegen Maduro wird künftig in einem Atemzug mit diesen großen Vorbildern genannt werden.KLAUS.RIMPEL@OVB.NET