KOMMENTAR

Unvollständiger Bericht schadet Glaubwürdigkeit

von Redaktion

Kritik an Missbrauchs-Studie

Ein Bericht eines katholischen Bistums zum Umgang der Kirche mit sexuellem Missbrauch von Minderjährigen braucht unbedingte Voraussetzungen: Transparenz, unanfechtbare Unabhängigkeit der Kommissionsmitglieder und den Willen zur umfassenden Aufarbeitung.

Eine solche Untersuchung darf keinesfalls auch nur den Hauch eines Verdachts aufkommen lassen, dass die Kirche dieses Papier benutzt, um sich in ein besseres Licht zu stellen. Der Schaden, der so in der Öffentlichkeit entstünde, ist immens. Denn das konterkariert völlig alle Bemühungen der katholischen Kirche, die verlorene Glaubwürdigkeit bei den Menschen zurückzugewinnen.

Wer die Aufarbeitung nicht mit absoluter Ehrlichkeit und dem größtmöglichem Bemühen, alle Abgründe der Vergangenheit mutig offenzulegen, angeht, kann sie sich gleich ganz sparen. Und allmählich sollten die Verantwortlichen in der katholischen Kirche es doch wissen: So leicht lassen sich die Menschen heute nicht mehr täuschen. Wenn etwas vertuscht oder geschönt werden soll, gerät die Wahrheit früher oder später doch ans Licht.CLAUDIA.MOELLERS@OVB.NET

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