Strom soll günstiger werden. © Jens Büttner/dpa
Berlin – Die Bundesregierung will die Strompreise subventionieren: Den Betreibern der Übertragungsnetze wird 2026 ein staatlicher Zuschuss in Höhe von 6,5 Milliarden Euro gewährt. Das hat der Bundestag Donnerstagnacht beschlossen. Die Netzentgelte sollen damit für Privatkunden im Durchschnitt um 17 Prozent und für Gewerbe um 20 Prozent sinken. Für Privatkunden entspräche das knapp zwei Cent pro Kilowattstunde.
Während die Entlastung relativ einhellig begrüßt wird, gab es für den ebenfalls am Donnerstag beschlossenen Industriestrompreis auch Kritik. Demnach sollen besonders energieintensive Unternehmen von 2026 bis 2028 nur noch fünf Cent pro Kilowattstunde bezahlen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat die Subvention am Freitag als große Hilfe bezeichnet. Sie trage dazu bei, international wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Handwerk sieht in der Beihilfe allerdings eine Wettbewerbsverzerrung: „Kleine und mittlere Unternehmen des Handwerks, beispielsweise Bäcker und Metzger, konkurrieren mit den Großunternehmen der Lebensmittelindustrie.“ Ohne Entlastung drohten die Handwerksbetriebe von industriellen Wettbewerbern verdrängt zu werden, so der bayerische Handwerkspräsident Franz Xaver Peteranderl.
Und auch bei der Industrie ist fraglich, ob alle Berechtigten profitieren: Einige energieintensive Unternehmen sind bereits durch die sogenannte Strompreiskompensation von CO2-Kosten befreit, wie Branchenkenner unserer Zeitung sagten. Weil sich die Subventionen nicht summieren dürften, sei der Effekt begrenzt.MAS/DPA