KOMMENTAR

Das Aus-Aus als Chance

von Redaktion

Die EU und der Verbrenner

Mehr Ideen, weniger Ideologie: Diesem Leitgedanken, den die Von-der-Leyen-EU vorübergehend verloren hatte, folgt nun endlich die Auto-Politik auf dem Kontinent. Die Abkehr vom starren Verbrenner-Aus 2035 ist richtig. Den CO2-Flotten-Ausstoß um 90 Prozent zu senken, heißt in der Praxis: 20 bis 30 Prozent der Autos können weiterhin moderne Verbrenner und Hybride sein; gleichzeitig bleibt die Zielrichtung Elektromobilität glasklar. Die Investitionen in diese Technologie haben sich gelohnt.

Steuern, Ziele setzen, keine starren Verbote, die die angeschlagene Autoindustrie und ihre Zulieferer als ein Rückgrat unseres Wohlstands weiter schwächen – ein sinnvolles Umschwenken. Je schwerer die Krise der Branche wird, desto klarer wird diese Erkenntnis. Sogar die roten und grünen Ministerpräsidenten der Auto-Bundesländer haben das früher verstanden als ihre Abgeordneten in Brüssel und Berlin.

Das Verbrenner-Aus-Aus bietet auch die Chance, die Polit-Debatte zu entschärfen, ein dämliches Kulturkampf-Getue um Motoren zu verhindern durch pragmatische, technologieoffene Politik. Wie so oft, wär‘s klüger gewesen, den Weg früher einzuschlagen.

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