Ist Trump wirklich ein „Friedensstifter“?

von Redaktion

Brüchige Waffenruhe im Gazastreifen. © Safadi/EPA

Washington/Moskau – Den Nobelpreis bekam er nicht. Dafür wurde Donald Trump von der Fifa mit dem für ihn geschaffenen Friedenspreis gefeiert. Doch wie nachhaltig ist der Einsatz des US-Präsidenten wirklich? Eine Übersicht:

Thailand und Kambodscha: Eigentlich wolltendie beiden Länder in ihrem langjährigen Territorialkonflikt den Weg für Frieden ebnen. Allein im Juli waren bei Gefechten über 40 Menschen gestorben. Auf Drängen Trumps unterzeichneten sie im Oktober eine Erklärung für mehr Vertrauen. Im November wurde die Feuerpause ausgesetzt. Seit Montag gibt es neue Kämpfe.

Russischer Krieg in der Ukraine: Trump wollte sein Wahlversprechen einlösen und den Ukraine-Krieg binnen 24 Stunden beenden. Er stieß Verhandlungen an, musste aber einräumen, dass es sich um einen komplizierten Konflikt handelt. Sowohl Kiew als auch Moskau loben Trumps Friedenseinsatz. Doch die Kriegsparteien liegen weit auseinander.

Israel und Hamas: Im Oktober wurde nach mehr als zwei Jahren Krieg eine Waffenruhe im Gaza-Krieg vereinbart – ein Verhandlungserfolg für die USA, Katar, Ägypten und die Türkei. Im Zuge von Trumps Friedensplans wurden alle lebenden Geiseln der islamistischen Terrororganisation Hamas freigelassen, Israels Truppen zogen sich aus Teilen des Gazastreifens zurück. Die Waffenruhe bleibt fragil.

Indien und Pakistan: Die Spannungen zwischen den Erzrivalen verschärften sich nach einem Terroranschlag im indischen Teil Kaschmirs im April mit 26 Toten. Es kam zu Gefechten an der Grenze. Am 10. Mai verkündeten die Atommächte eine Waffenruhe. Trump reklamierte das als seinen Erfolg – er habe über die Handelspolitik Druck ausgeübt. Indiens Regierung beteuerte jedoch, den Konflikt ohne Druck von außen beendet zu haben. Die Waffenruhe gilt als instabil.

Israel und der Iran: Im Juni hat Israel zwölf Tage lang Krieg gegen seinen Erzfeind Iran geführt. Israel bombardierte zahlreiche Ziele in dem Land, auch die USA griffen iranische Nuklearanlagen an. Am 24. Juni ordnete Trump dann ein Ende der israelischen Angriffe an. Auch Teheran stoppte seine massiven Raketenangriffe auf israelische Städte. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die Waffenruhe instabil ist.

Ostkongo: Letztes Wochenende unterzeichneten Ruandas Präsident Paul Kagame und Félix Tshisekedi, Präsident der Demokratischen Republik Kongo, in Washington im Beisein Trumps eine Friedensvereinbarung. Allerdings wurde danach im Ostkongo weiter gekämpft. Ein Abzug ruandischer Truppen findet nicht statt.

Aserbaidschan und Armenien: Im August brüstete sich Trump damit, den jahrzehntelangen Konflikt zwischen den Ex-Sowjetrepubliken beendet zu haben. Beide veröffentlichten ein Friedensabkommen – aber ohne Unterschrift.