Bangkok/Phnom Penh – Inmitten des wieder entflammten Grenzkonflikts mit Kambodscha hat in Thailand die Auflösung des Repräsentantenhauses neue politische Unsicherheit gebracht. Ministerpräsident Anutin Charnvirakul, der den Auflösungsantrag gestellt hatte, sagte in Bangkok, seine Regierung bleibe handlungsfähig. Die Auflösung des Parlaments werde sich nicht auf den Umgang mit dem Konflikt auswirken.
König Maha Vajiralongkorn gab die Auflösung bekannt, die den Weg zu einer Neuwahl ebnen soll. Begründet wurde der Schritt mit „aktuellen nationalen Anforderungen, internationalen Beziehungen, wirtschaftlichen Herausforderungen, sozialer Stabilität sowie der Notwendigkeit, dem Land eine neue politische Richtung zu ermöglichen“, wie es im offiziellen Amtsblatt hieß. Per Gesetz müssen nun innerhalb der nächsten 60 Tage Wahlen stattfinden.
Die politische Lage in Thailand gilt seit langer Zeit als instabil, der Schritt selbst war deshalb wenig überraschend – jedoch kam er früher als erwartet. Anutin, den das Parlament erst vor drei Monaten mit Unterstützung der größten Oppositionspartei zum Regierungschef gewählt hatte, führt eine Minderheitsregierung an.