„Konstruktiv“ ist so ein Wort, das im politischen Raum absolut nichts bedeutet. Weder lässt sich daraus ein Inhalt ableiten noch eine Richtung. Wenn es von den Gesprächen in Miami also heißt, sie seien konstruktiv gewesen, bedeutet das eigentlich nur, dass sie stattgefunden haben. Amerikaner, Ukrainer und Russen in einer Stadt, aber – das ist entscheidend – nicht an einem Tisch.
Eben das zeichnet die Gespräche leider seit Monaten aus. Sie finden zwischen einzelnen Akteuren statt, die sich die Bälle immer wieder zurückspielen, aber sich kein Stück näherkommen. Wo ist der Gipfel, der alle zusammenbringt? Vergessen wir nicht: Die Kleinteiligkeit geht auf Donald Trump zurück, der glaubte, genug Einfluss auf Putin zu haben, um ihn allein zur Vernunft zu bringen. Das Ergebnis sind immer wieder neue Runden in verschiedener Konstellation, in denen es vor allem darum geht, den eitlen Trump zu beeinflussen.
Anders als es die zynische Verblödungs-Propaganda von AfD und BSW suggeriert, ist der mangelnde Fortschritt nicht die Schuld der Europäer, die genug Mühe haben, sich im Spiel zu halten. Vielmehr nutzt Putin das Verhandlungs-Pingpong seit Monaten, um so etwas wie Gesprächsbereitschaft vorzutäuschen, wo eigentlich kein Wille ist. Jetzt will Emmanuel Macron mit ihm reden und bitte, schaden kann es ja kaum. Aber nutzen wird es erst dann, wenn der Diktator im Kreml sich bewegt. MARCUS.MAECKLER@OVB.NET