Seit Juli bauen die Russen das Theater wieder auf. © AFP
Mariupol – Das ausgebombte Gebäude wurde zum Symbol der russischen Belagerung von Mariupol im Südosten der Ukraine, nun hat Russland das Theater der Hafenstadt aufwendig renoviert wieder eröffnet. Zur Einweihung wurde am Sonntag eine Gala mit Künstlern aus Mariupol und der russischen Stadt St. Petersburg veranstaltet, die vom russischen Fernsehen übertragen wurde. Gezeigt wurden unter anderem die renovierte Marmortreppe sowie ein imposanter 2,5 Tonnen schwerer Kristallkronleuchter im Zuschauersaal.
„Das Mariupol-Drama-Theater hat seine Tore für Zuschauer wieder geöffnet“, erklärte Denis Puschilin, der Chef der prorussischen Verwaltung der Donezk-Region, zu der Mariupol gehört. Die dreijährigen Renovierungsarbeiten hätten das „historische Bild“ des Theaters mit seiner mit Skulpturen geschmückten Fassade wieder hergestellt und es mit „moderner Ausrüstung auf höchstem Niveau“ ausgestattet.
Die russische Armee war in den ersten Monaten ihres Angriffs auf die Ukraine im Jahr 2022 in die Schwarzmeer-Stadt Mariupol einmarschiert. Ihre brutale Belagerung dauerte fast drei Monate und führte zum Tod tausender Menschen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch spricht von etwa 8000 Todesopfern, die Exil-Stadtverwaltung sogar von 22 000 Toten.
Die ukrainischen Behörden werfen Russland vor, das Gebäude bombardiert zu haben, obwohl bekannt gewesen sei, dass dort zahlreiche Menschen, unter ihnen zahlreiche Kinder, Schutz gesucht hätten. Wegen der heftigen russischen Angriffe flohen rund 300 000 der ehemals 540 000 Einwohner aus Mariupol.