Wo das Konzept der Isolation nicht genügt

von Redaktion

Die AfD auf der Siko

Die AfD auf die Münchner Sicherheitskonferenz zu lassen, ist heikel und schlagzeilenträchtig. Die Macher der Konferenz, darunter sehr kluge Köpfe in Reihe 2, haben das lang abgewogen. Am Ende überwiegt eine nüchterne Definition: Die Siko ist nicht Repräsentation und Glamourteppich, sondern ein Arbeitsformat. Hier treffen Despoten, Demokraten und Mischformen zum Gespräch aufeinander, und das ist gut so in einer immer unübersichtlicheren Weltlage. Wer hier Brandmauern einzieht, für die es innenpolitisch Gründe gibt, landet in einem sehr verwinkelten Labyrinth.

Die AfD einzuladen, birgt das Risiko, eine extreme, teils extremistische Partei weiter zu normalisieren. Aber auch die Chance, einzelne Außenpolitiker in Ansätzen ins Konzept von Dialog, Multilateralismus, Freihandel und einer westlichen Wertordnung einzubinden. Und: etwas moderatere Kräfte in der heterogenen Partei zu stärken. Die AfD fernzuhalten, hieße, sie noch näher an die Brust des Schlächters Putin zu drücken; und an die Seite der Radikalsten aus den USA. Derzeit fühlt sich die AfD in dieser Gesellschaft erschreckend wohl.

Aus der Innenpolitik gibt es einen sehr unangenehmen Zwischenstand: Bisher führt das Konzept der Isolation weder zu Deradikalisierung noch zu sinkenden Umfragewerten. Einzelne, gesprächsbereite Abgeordnete einzuladen, ebenso von BSW und Linken, ist ein riskanter, aber wohl vertretbarer Weg der Konferenz-Chefs.CHRISTIAN.DEUTSCHLAENDER@OVB.NET

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