KOMMENTAR

Der Westen im Würgegriff Chinas

von Redaktion

Großmanöver in der Taiwanstraße

Auf einmal hatte es Peking eilig: Keine Stunde nach der Ankündigung von „Mission Gerechtigkeit“ rückte die Volksbefreiungsarmee mit Kriegsschiffen, Kampfjets und Raketenwerfern in die Taiwanstraße vor. Es ist das größte Militärmanöver seit Jahren – und weit mehr als eine Routineübung. Geprobt wird der Ernstfall: die Abriegelung Taiwans von der Außenwelt.

Die Botschaft ist klar: China ist jederzeit zum Würgegriff bereit. Die Adressaten sitzen aber weniger in Taipeh als in Washington und Tokio. Die USA haben Taiwan gerade ein Elf-Milliarden-Dollar-Waffenpaket zugesagt – das größte jemals. Und dann Japan: Seit Premierministerin Takaichi militärische Hilfe für Taiwan angedeutet hat, eskaliert der Streit mit Peking Woche für Woche. China hat nun Scharfschuss-Zonen so platziert, dass sie den See- und Luftverkehr zwischen Taiwan und Japan unterbrechen könnten.

Das aggressive Auftreten ist kalkuliert. China fühlt sich seit der Erpressung des Westens bei Seltenen Erden und dem Zollstreit mit Trump unantastbar. Jetzt testet es nicht nur den Krieg, sondern auch die Entschlossenheit der USA, Taiwan tatsächlich zu unterstützen. Dass Trump das Manöver demonstrativ herunterspielt, dürfte Peking weiter ermutigen. KATHRIN.BRAUN@OVB.NET

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