Donald Trump steckt tief in der Venezuela-Sackgasse. Seit Monaten schon belagert ein imposantes Aufgebot des US-Militärs das autokratisch regierte Land, bisher ohne erkennbaren Effekt. Diktator Nicolás Maduro will nicht abtreten, was Trump wiederum zu immer neuen Schritten provoziert. Der Drohnenangriff auf eine Hafenanlage, der erste auf venezolanisches Festland, lässt erahnen, wo es hingeht: Nicht ausgeschlossen, dass der selbst ernannte Friedensstifter den ersten Krieg im neuen Jahr beginnt.
Innenpolitisch wäre das für Trump, der vollmundig angetreten war, Kriege zu beenden, allerdings hochproblematisch. Seine MAGA-Basis wäre ganz und gar nicht amused. Umfragen zeigen zudem: Die Mehrheit der Amerikaner durchschaut den Popanz rund um die angebliche Drogen-Flut aus Venezuela, und sie weiß spätestens seit Bushs Irak-Abenteuer um die Folgekosten eines militärisch erzwungenen Regimewechsels. Allein das lässt den US-Präsidenten wohl zögern. Die Drohkulisse aber nutzt sich ab, und sie ist außerdem teuer. Trump wird einen Ausweg brauchen, und der dürfte kaum im Rückzug liegen. MARCUS.MAECKLER@OVB.NET