Vereidigt: Zohran Mamdani mit seiner Ehefrau Rama Duwaji. © Hamja/EPA
New York – Jung, links, Trump-Gegenspieler: Zohran Mamdani hat das Amt des Bürgermeisters von New York City übernommen. Der linksliberale Demokrat wurde kurz nach Mitternacht im kleinen Kreis an dem historischen U-Bahnhof Old City Hall Station in Manhattan vereidigt. Den Amtseid nahm die Generalstaatsanwältin des Bundesstaats New York, Letitia James, ab. Mamdani legte dabei die Hand auf einen Koran. Er ist der erste muslimische Bürgermeister der größten Stadt der USA.
„Das ist wahrlich eine Ehre und ein Privileg, wie es sie nur einmal im Leben gibt“, sagte Mamdani in einer kurzen Ansprache. Die Wahl des Ortes soll nach Angaben seines Büros Mamdanis Verbundenheit mit der arbeitenden Bevölkerung unterstreichen. Die Haltestelle wurde 1945 stillgelegt und ist normalerweise nicht öffentlich zugänglich. In seinen ersten Worten als Bürgermeister kündigte Mamdani zugleich die Ernennung eines neuen Verkehrsbeauftragten an. Am Nachmittag war eine zweite, öffentliche Vereidigung auf den Stufen des New Yorker Rathauses geplant. Den Amtseid sollte der linke US-Senator Bernie Sanders abnehmen, ein politisches Vorbild Mamdanis.
Der 34-jährige Mamdani beginnt damit seine vierjährige Amtszeit als jüngster Bürgermeister der Stadt seit Generationen. Geboren 1991 in Uganda als Sohn indischstämmiger Eltern, zog er im Alter von sieben Jahren mit seiner Familie nach New York, US-Staatsbürger wurde er erst 2018. Politisch engagierte er sich zunächst als Aktivist, bevor er 2021 für einen Wahlkreis im New Yorker Stadtteil Queens ins Parlament des Bundesstaats New York einzog. Dort profilierte er sich als Vertreter des linken Parteiflügels der Demokraten.
Zentrales Thema seines überraschend deutlichen Wahlsiegs Anfang November war die Bezahlbarkeit des Lebens in einer der teuersten Städte der Welt. Mamdani versprach unter anderem kostenlose Kinderbetreuung, kostenlose Busse und einen Mietstopp für rund eine Million Haushalte – finanziert durch höhere Steuern für Wohlhabende und Unternehmen. Künftig dürfte sich der Blick auch auf das Verhältnis zu Donald Trump richten. Der Präsident hatte Mamdani im Wahlkampf mit dem Entzug von Bundesmitteln gedroht. Nach einem Treffen im Weißen Haus gab es versöhnlichere Töne.