Teheran – Inmitten der Demonstrationen gegen die autoritäre Staatsführung im Iran stürzt die Landeswährung weiter ab. Ein Euro kostete auf dem freien Devisenmarkt erstmals mehr als 1,7 Millionen Rial, wie iranische Finanzportale berichteten. Am Großen Basar in der iranischen Hauptstadt Teheran gab es deshalb spontane Proteste. Augenzeugen, Aktivisten und auch iranische Medien berichteten von heftigen Ausschreitungen.
Schon zu Beginn wurden die Unruhen durch einen Schock am iranischen Devisenmarkt ausgelöst, der zunächst in der Hauptstadt Händler auf die Straße trieb. Die Demonstrationen schlugen rasch in politischen Protest um, der mit Härte von der Staatsmacht verfolgt wird. Am Montag kündigte die Justiz an, ohne Nachsicht vorzugehen.
Die Regierung brachte aber auch Wirtschaftsreformen auf den Weg. Präsident Massud Peseschkian und sein Kabinett strichen Subventionen für Importeure, die bislang von einem staatlich begünstigten Wechselkurs profitiert hatten. Dies könnte zunächst jedoch zu einem Preisanstieg führen. Ein Liter Speiseöl ist mancherorts inzwischen teurer als in Deutschland. Zum Vergleich: der durchschnittliche Monatslohn im Iran beträgt umgerechnet nur einige hundert Euro. Viele Menschen gehen auch wegen fehlender Zukunftsperspektiven auf die Straßen.