„Villenviertel lahmlegen. Wir können uns diese Reichen nicht mehr leisten“, hatte die linksextremistische „Vulkangruppe“ schon 2025 gedroht. In Berlin, wo links zu sein als schick gilt, gerne auch etwas radikaler, hat das niemanden besonders aufgeregt – und auch nicht, dass die Gruppe seit 2011 bereits über ein Dutzend Brandanschläge auf die kritische Infrastruktur verübt hatte, ohne je zur Rechenschaft gezogen zu werden. Festnahmen gab es jedenfalls keine. Auch nicht nach dem Angriff auf das Tesla-Werk in Grünheide. Wie kann das sein? Welche Behörden waren da auf dem linken Auge blind?
Umso böser ist jetzt, nach dem verheerenden Stromausfall im Promi-Viertel Zehlendorf, das Erwachen: Zehntausende Menschen tagelang ohne Wärme und Strom bei klirrender Kälte, ein stammelnder, um Ausreden ringender Regierender Bürgermeister und eine AfD, die sich die Hände reibt. Das hat Berlin wieder prima hingekriegt.
Schon klar: Einen von Saboteuren herbeigeführten Blackout kann es jederzeit auch anderswo geben. Die Politik redet seit Putins Überfall auf die Ukraine viel von „Resilienz“ und „Wehrfähigkeit“, doch liefert das Ampel-Gesetz von 2025 zum Schutz der kritischen Infrastruktur mehr Bürokratie als neue Schutzstandards, klagen Experten. So müssen etwa Planungs- und Infrastrukturunterlagen offengelegt werden. Potenzielle Angreifer finden also oft detaillierte Karten, Standortinformationen sowie Leitungs- und Trassenverläufe frei im Internet. Dümmer geht es kaum.
Doch richtig ist eben auch, dass „antikapitalistische“ Gewaltfantasien zur Beendigung „imperialer Lebensweisen“ und zur Rettung des Klimas nirgendwo so gut gedeihen wie im Biotop Berlin. Dort darf sich die Partei „Die Linke“, der der Verfassungsschutz „linksextremistische Teilstrukturen“ bescheinigt, Hoffnung machen, die Wahl im September zu gewinnen. Dass ausgerechnet sie sich zur Kümmererpartei in Zehlendorf aufschwingt, wo linker Terror nicht etwa die Reichen, sondern Alte und Pflegebedürftige am härtesten getroffen hat, ist ein schlechter Witz. GEORG.ANASTASIADIS@OVB.NET