Wäre Daniel Halemba bei den Grünen, würde ihn die AfD ziemlich sicher einen Nichtsnutz schimpfen. Bei den Rechten dagegen taugt er, der vom Kreißsaal in den Plenarsaal und direkt weiter in den Gerichtssaal stolperte, nicht nur zum exzellent bezahlten Landtagsabgeordneten, sondern auch zum Spitzenkandidaten für die Kommunalwahl in Würzburg. Dort wolle er „aufräumen“, ließ der 24-Jährige gerade dickmäulig wissen. Zu den Vorwürfen gegen ihn, die von Volksverhetzung über Geldwäsche bis zu Nötigung reichen, fiel ihm dagegen gestern vor Gericht rein gar nichts ein.
Das sagt nicht nur viel über die charakterliche Prägung des stramm rechten Jungpolitikers, sondern auch einiges über die Fraktionsspitze, die Halemba trotz allem duldet und schützt – und so auch der eigenen Basis ans Schienbein tritt. Vor zwei Jahren forderte der AfD-Parteitag ihn (vor allem wegen Unregelmäßigkeiten bei der Listenaufstellung 2023) auf, sein Mandat abzugeben. Aber für Bayerns AfD-Obere galt: aussitzen statt umsetzen. Ob Halemba im juristischen Sinne schuldig ist, muss das Gericht entscheiden. Politisch ist er längst untragbar.MARCUS.MAECKLER@OVB.NET