Schon in den ersten Tagen des neuen Jahres brennt bei der Baywa mal wieder die Hütte: Im Unternehmen ist ein Machtkampf ausgebrochen, an dessen Ende der Kopf von Konzernchef Frank Hiller rollen könnte. Hiller wurde erst im Frühjahr 2025 angeheuert, um den angeschlagenen Konzern aus der Krise zu führen. Die genossenschaftlichen Hauptaktionäre werfen ihm nun allerdings vor, bis jetzt keine eigene Strategie dafür entwickelt zu haben. Er sei ein guter Grußonkel, aber ein schlechter Konzernchef, unken Hillers Gegner.
Unternehmen müssen gerade in Krisensituationen schnelle und kluge Entscheidungen treffen. Dass der Baywa-Aufsichtsrat nun Konzern-Chef Frank Hiller das Vertrauen entzogen hat, ihn aber vorerst dennoch im Amt belässt, ist das Gegenteil. Die von Aufsichtsrats-Chef Gregor Scheller offenbar schon länger geplante Aktion wirkt maximal unglücklich. Sie befördert in der Öffentlichkeit das Image der Skandal-Baywa samt ihrer Seilschaften, Schlammschlachten und Stellungskriege. Und genau das wollen und müssen die Münchner eigentlich dringend loswerden.
Nun sind alle Beteiligten beschädigt: Das gilt besonders für die Baywa, die mal wieder negative Schlagzeilen macht. Und für ihren Noch-Chef Frank Hiller, dessen kurze Konzern-Karriere bald enden könnte. Aber auch Aufsichtsrats-Chef Scheller wirkt überfordert, nicht nur wegen der öffentlich gewordenen Putsch-Versuche gegen Hiller. Er versucht seit Längerem auch die CSU-Politikerin Monika Hohlmeier und Bauernpräsident Joachim Rukwied aus seinem Kontroll-Gremium zu werfen – und ist daran bisher kläglich gescheitert. ANDREAS.HOESS@OVB.NET