USA kapern russischen Tanker

von Redaktion

Im Fokus der US-Behörden befand sich die „Bella 1“ bereits seit einigen Wochen. Der Tanker entkam zunächst einer Teilblockade vor Venezuela. © Handout/AFP

Washington – Das US-Militär hat einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker im Nordatlantik beschlagnahmt. Der Zugriff sei wegen „Verstößen gegen US-Sanktionen“ auf Anordnung eines Bundesgerichts erfolgt, teilte das Europa-Kommando der US-Streitkräfte (Eucom) mit. Russland kritisierte das US-Vorgehen scharf und forderte die ungehinderte Heimkehr der Seeleute. Zugleich kündigte das US-Energieministerium nur wenige Tage nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro an, einige Sanktionen gegen Venezuela, die sich auf die Ölindustrie beziehen, zu lockern.

Das russische Außenministerium teilte nach Angaben von Nachrichtenagenturen mit, man verfolge die Lage aufmerksam. „Angesichts der Berichte, dass russische Bürger zur Besatzung gehören, verlangen wir von der amerikanischen Seite, ihre humane und würdige Behandlung sicherzustellen, ihre Rechte und Interessen strikt zu wahren und eine schnellstmögliche Rückkehr in die Heimat nicht zu behindern.“

Das russische Verkehrsministerium kritisierte das US-Vorgehen unter Verweis auf die UN-Seerechts-Konvention von 1982. Demnach habe kein Staat das Recht, in internationalen Gewässern die freie Fahrt ordnungsgemäß registrierter Schiffe zu behindern. Der Tanker habe am 24. Dezember eine vorläufige Erlaubnis erhalten, unter russischer Flagge zu fahren, hieß es.

Russland soll vor der Blockade durch die USA ein U-Boot und weitere Schiffe zum Schutz des Tankers entsandt haben. Zu den Berichten über die U-Boot-Entsendung äußerte sich Moskau nicht.

Die USA sprechen von einer russischen Schattenflotte im Kontext des venezolanischen Öls. „Die Vereinigten Staaten setzen die Blockade gegen alle Schiffe der Schattenflotte fort, die unerlaubterweise venezolanisches Öl transportieren, um illegale Aktivitäten zu finanzieren und das venezolanische Volk zu bestehlen“, schrieb Pentagon-Chef Pete Hegseth auf der Plattform X.

Der unter russischer Flagge fahrende Tanker hatte sich Medienberichten zufolge vor mehreren Tagen einer US-Kontrolle im karibischen Raum entziehen können und war seitdem von den USA verfolgt worden.

In der Karibik brachte die US-Küstenwache zudem das Schiff „Sophia“ unter ihre Kontrolle und eskortierte es bis „zur endgültigen Klärung des Falls“ in die USA, wie das Südkommando des US-Militärs (Southcom) mitteilte. Den Verantwortlichen für das Schiff werden „illegale Aktivitäten“ vorgeworfen. Bereits vor wenigen Wochen hatte das US-Militär zwei andere Öltanker vor der Küste Venezuelas gestoppt.

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