Jemen: Konflikt unter Partnern verschärft sich

von Redaktion

Sanaa/Riad – Im Bürgerkrieg im Jemen ist es zu weiteren Spannungen zwischen den eigentlich verbündeten Staaten Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate gekommen. Der jemenitische Separatistenführer Aidarus al-Subaidi soll nach Angaben aus Saudi-Arabien in die Emirate geschmuggelt worden sein. Er soll über Somalia nach Abu Dhabi gebracht worden sein, berichtete die saudische Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf den Sprecher der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition, Turki al-Maliki.

Al-Subaidi, Anführer des sogenannten Südlichen Übergangsrats (STC), sollte nach saudischen Angaben bereits am Dienstag nach Riad reisen, um dort an Gesprächen zur Lage des Südjemens teilzunehmen. Er sei jedoch stattdessen kurzzeitig untergetaucht, hieß es. Der STC und die Emirate äußerten sich bisher nicht zum Verbleib des Anführers.

Die saudische Militärkoalition warf ihm vor, eine größere Streitmacht mit gepanzerten Fahrzeugen sowie schweren und leichten Waffen mobilisiert zu haben. Daraufhin flog Saudi-Arabien, das die offizielle Regierung unterstützt, weitere Luftangriffe im Süden des Jemens. Der Koalitionssprecher sprach dabei von „präventiven Luftschlägen“, um „eine Eskalation zu verhindern“.

Eigentlich sind Emirate und Saudi-Arabien im Jemen im Kampf gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen verbündet. Sie unterstützen jedoch rivalisierende Kräfte. Während die Emirate im Jemen die Separatisten und deren Forderung nach einem unabhängigen Süden unterstützen, hält Saudi-Arabien zur jemenitischen Regierung und will die Einheit des Jemen erhalten.

Artikel 6 von 11