Tödliche Schüsse bei ICE-Einsatz

von Redaktion

Trump verteidigt Beamte, Stadt Minneapolis widerspricht scharf

Trauer und Proteste am Tatort. © Olson/AFP

Minneapolis – Bei einem umstrittenen Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE im Bundesstaat Minnesota ist eine Frau durch einen Beamten erschossen worden. Während US-Präsident Donald Trump den Schützen verteidigte, attackierte der demokratische Gouverneur Tim Walz den Republikaner Trump für eine Regierungsführung, die darauf ausgelegt sei, „Angst, Schlagzeilen und Konflikt zu erzeugen“.

Nach Angaben der Polizei befand sich eine 37-Jährige in ihrem Auto und blockierte eine Straße in der Großstadt Minneapolis im Norden der USA, als sich ein ICE-Beamter zu Fuß näherte. Der Wagen setzte sich demnach in Bewegung, woraufhin mindestens zwei Schüsse fielen. Die Frau habe eine Kopfverletzung erlitten und sei im Krankenhaus für tot erklärt worden. Sie war laut „Washington Post“ eine preisgekrönte Dichterin und Mutter von drei Kindern im Alter von sechs, zwölf und 15 Jahren.

Das Heimatschutzministerium teilte mit, die Frau habe versucht, Einsatzkräfte zu überfahren. Ministerin Kristi Noem sprach von einem „defensiven“ Schusswaffeneinsatz zum Schutz der Beamten und Unbeteiligter. Das Weiße Haus nannte den Vorfall einen „organisierten Angriff“ von links. US-Vizepräsident JD Vance bezeichnete die getötete Frau als „Opfer linker Ideologie“. Er frage sich, welche Mutter beschließe, mit ihrem Auto ICE-Beamten in die Quere zu kommen. Dafür müsse man „schon ein wenig einer Gehirnwäsche unterzogen worden sein“.

Die Aussagen stehen im Widerspruch zur Darstellung der Stadt Minneapolis. Der demokratische Bürgermeister Jacob Frey hatte die Darstellung der Selbstverteidigung nach Sichtung von Videos entschieden zurückgewiesen. Er warf den Bundesbehörden vor, die Lage eskaliert zu haben. Nach dem tödlichen Vorfall kam es zu Protesten am Tatort.

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