Mit Papst Leo gibt es keine exklusiven Zirkel mehr. Anders als sein Vorgänger Franziskus, der einen Kardinalsrat berufen hatte, setzt das neue Kirchenoberhaupt auf die Gemeinschaft der Kardinäle als Beratungsgremium. Leo hat seine Lehren aus Franziskus‘ Amtsführung gezogen. Sein Vorgänger hat heiße Eisen angepackt mit der Kurienreform und der Reform der Vatikanfinanzen. Dafür war notwendig, sich mit Personen seines Vertrauens zu umgeben, die folgenreiche Entscheidungen umgesetzt haben. Franziskus musste „aufräumen“. Das führte aber auch zu heftigem Richtungsstreit. Leo versucht, die Gemeinschaft zu betonen, um die Gefahr einer Spaltung der Kirche zu bannen.
Der Papst steht vor einer schwierigen Aufgabe: Die innere Einheit zu stärken und gleichzeitig die Kirche für die Zukunft auszurichten. Dabei ist eine stärkere Einbeziehung der nicht geweihten Kirchenmitglieder unumgänglich: Also mehr Synodalität. Entscheidend wird aber die Rolle der Frauen sein. Hier auf einen Konsens zu hoffen, ist eine Illusion. Leo muss eine klare Entscheidung treffen: Für die Diakonenweihe von Frauen.CLAUDIA.MOELLERS@OVB.NET