Video zeigt Einsatz aus Perspektive des ICE-Beamten

von Redaktion

Zehntausende protestieren in den USA – Schütze mit seiner Familie auf Militärbasis verlegt

Im Video zu sehen: Der Beamte nähert sich Renee Good.

Minneapolis – Nach den tödlichen Schüssen eines Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE auf die dreifache Mutter Renee Nicole Good (37) sind am Samstag in Minneapolis zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Die Demonstration war Teil von mehr als 1000 landesweiten Kundgebungen am Wochenende gegen die Abschiebepraxis der US-Regierung.

Unterdessen wurde ein neues Video veröffentlicht, das den tödlichen Einsatz in Minneapolis aus der Perspektive eines ICE-Beamten zeigt. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump stellt Good seit dem Vorfall als „inländische Terroristin“ dar, die von dem Beamten in einem Akt der Selbstverteidigung getötet worden sei. Diese Darstellung wird von örtlichen Behördenvertretern entschieden zurückgewiesen.

Das Video aus der Perspektive des ICE-Beamten zeigt, wie dieser sich Goods Wagen nähert und sie durch das geöffnete Fenster zu ihm sagt: „Ich bin nicht sauer auf Sie“ (“I‘m not mad at you“). Ein anderer Beamter fordert die Frau auf auszusteigen, woraufhin sie wegfahren will. Als sich der Wagen nach vorn bewegt, zieht ein Beamter seine Waffe. Im Moment der Schüsse sind die Reifen deutlich nach rechts und somit in die von den Beamten wegführende Richtung gerichtet. „Verdammte Schlampe“ (“fucking bitch“) sagt der filmende Beamte anschließend.

Good, eine weiße US-Staatsbürgerin, war Mutter dreier Kinder im Alter von 6, 12 und 15 Jahren. Ihre Frau, Becca Good, war bei dem Vorfall dabei und ist auf einem Video zu sehen, wie sie dem filmenden Beamten Sekunden vor den Schüssen sagt: „Du willst dich mit uns anlegen? Ich sage dir, hol dir was zu essen, großer Junge. “ Zu dem ICE-Einsatz war das Paar laut Becca Good gefahren, um seine Nachbarn zu unterstützen. „Wir hatten Trillerpfeifen, sie hatten Waffen.“

Der ICE-Beamte wurde am Wochenende zusammen mit seiner Frau und Kindern auf eine US-Militärbasis verlegt. Die US-Regierung scheint mit diesem Schritt mehrere Ziele zu verfolgen. Zum einen soll der Grenz-Cop vor einer Lynchjustiz geschützt werden. Zum anderen macht das Weiße Haus damit auch einen Zugriff der Bundesstaats-Ermittlungsbehörden in Minnesota auf den Mann unmöglich.FD, AFP, DPA

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