Washington/Berlin – Trumps umstrittener US-Gesundheitsminister Robert Kennedy Jr. hat Deutschland scharf für seine Corona-Politik kritisiert und dabei heftige Vorwürfe erhoben. Der US-Gesundheitsminister warf der Bundesregierung vor, während der Pandemie die Autonomie von Patienten missachtet zu haben. Aus diesem Grund habe er am Freitag einen Brief an die deutsche Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) geschickt, teilte er am Samstag auf der Plattform X mit. Warken indes sah sich umgehend zu einer Klarstellung gezwungen.
In einem dem Post beigefügten Video sagte Kennedy, er habe erfahren, dass „mehr als 1000 deutsche Ärzte und Tausende ihrer Patienten“ derzeit strafrechtlich verfolgt und bestraft würden, weil sie während der Corona-Pandemie Ausnahmen vom Tragen von Masken und von Impfungen gegen Covid-19 gewährt hätten. „Die Berichte aus Deutschland zeigen, dass die Regierung die Autonomie der Patienten beiseiteschiebt und die Möglichkeiten der Menschen einschränkt, bei medizinischen Entscheidungen nach ihren eigenen Überzeugungen zu handeln.“
Aus Berlin kam prompt klare Gegenwehr: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken widersprach dem US-Minister entschieden und nannte dessen Aussagen „faktisch falsch“. „Wer aus medizinischen, ethischen oder persönlichen Gründen keine Impfungen anbieten wollte, machte sich weder strafbar, noch mussten Sanktionen befürchtet werden“, entgegnete Warken.
Kennedy Jr. gilt als besonders umstrittene Personalie im Kabinett von US-Präsident Donald Trump. Der Neffe des einstigen US-Präsidenten John F. Kennedy hatte vielfach Zweifel an Impfungen gestreut, Verschwörungstheorien verbreitet und mit schrillen Wortmeldungen von sich reden gemacht.