Zwei Minister, zwei Flieger: Klingbeil (li.) und Wadephul in Reykjavik. © dpa
München – Es ist eine kuriose Szene: Als Außenminister Johann Wadephul am Sonntagabend in Reykjavik aus dem Flieger steigt, erwartet ihn nicht nur seine Kollegin Thorgerdur Katrín Gunnarsdóttir – sondern auch Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD). „Ist das hier Klingonien?“, fragte der Außenminister gut gelaunt. Die Flugzeuge der Flugbereitschaft der beiden Minister stehen nebeneinander – Klingbeil ist auf einer Reise in die USA und hat dort einen Tankstopp eingelegt. Auch Wadephul reist in die USA, hat aber noch kurz Gespräche in der isländischen Hauptstadt. Wadephul verabschiedete Klingbeil mit einem Klaps und den Worten „Hau rein“.
Aus dem Auswärtigen Amt hieß es auf die Frage, ob die beiden Minister nicht hätten zusammen fliegen können: „Bei Reisen wird stets geprüft, ob diese gemeinsam durchgeführt werden können. Die aktuellen Reisen von Außenminister Wadephul und Vizekanzler Klingbeil ließen sich aufgrund des unterschiedlichen Programmablaufes nicht zusammenlegen.“ Eben weil Wadephul noch bilaterale Gespräche in Island führe. Schließlich liegt Reykjavik nur knapp 300 Kilometer südöstlich von Grönland, auf das die USA Ansprüche erhebt. Er werde zudem länger in den USA bleiben und von Washington noch nach New York weiterreisen.